02.06.2018

Kreativer Widerstand:»Das Wunder von Mals«

v.l.: Thomas Tomaschek, Alexander Schiebel, Karl Bär

Filmgespräch mit dem Regisseur und einem der Protagonisten, Karl Bär.

Ein vollbesetztes Kino und Besucher, die keine Tickets mehr bekommen konnten: der Film »Das Wunder von Mals« lockte am 29. Mai sehr viele Interessierte ins Foolskino nach Holzkirchen.

Der Dokumentarfilm wurde im Rahmen der Reihe »Grünes Kino« gezeigt, eine Kooperation des KV- und OV Holzkirchen mit dem Foolskino. Dem Betreiber Tom Modlinger sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Der Film zeigt, wie die Einwohner des kleinen Südtiroler Dorfs Mals sich gegen den konventionellen Apelfanbau wehren, um von giftigen Spritzmitteln verschont zu bleiben. In den Nachbardörfern und z.T. auch schon in Mals selbst, kontaminieren meterhohe Nebelwolken aus Pestiziden, die beim Spritzen der Apfelplantagen angewendet werden, Wiesen, Gärten und auch die Anwohner. Um dies zu verhindern wehren sich die Malser mit einer Volksabstimmung und beschließen mit großer Mehrheit ein Verbot zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Sie haben allerdings die Rechnung ohne die mächtigen Bauernverbände, die Industrielobby und die Regierung gemacht: das Verbot wird schlichtweg ignoriert und die Aktivisten erfahren enormen Druck, bis hin zur Sabotage und persönlichen Anfeindungen.

Aber die Bewohner lassen sich nicht einschüchtern, starten pfiffige Aktionen und schaffen es, dass Mals international zu einem beachteten Mekka gegen konventionellen Obstanbau mit Pestiziden wird. Unterstützt werden sie dabei auch von Karl Bär vom Umweltinstitut München. Der Kampf ist noch nicht gewonnen, aber der Druck auf Bauern und Industrie wächst…

Nach dem Film folgte ein interessantes Gespräch mit Regisseur Alexander Schiebel und Karl Bär (Umweltinstitut München), das von Thomas Tomaschek souverän moderiert wurde, und bei dem viele Fragen aus dem Publikum beantwortet wurden. Natürlich geht es auch um Gifte und Monokulturen. Viel wichtiger aber ist eine andere Botschaft: Sind wir nicht alle ein bißchen Mals?

»Das ist ein Lehrfilm über unsere Demokratie und für bürgerliches Engagement. Der Film zeigt zudem wunderbar, dass das alles sehr großen Spaß machen kann. Alle sind herzlich eingeladen, auch hier vor Ort mitzumachen, vor Ort zu gestalten«, so Robert Wiechmann, Grüner Gemeinde- und Kreisrat.

Ermutigt und bestärkt, selbst auch mit kleinen Mitteln letztlich viel bewirken zu können, verließen die Zuhörer das Kino und freuen sich schon auf den nächsten lohnenden Film der Reihe »Grünes Kino« in Holzkirchen.

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