11.03.2017

Neues Bündnis von Landwirtschaft und Verbrauchern

Bundestagsdirektkandidat Karl Bär präsentierte im Miesbacher Weißbräustüberl sein Konzept für einen gesellschaftlichen Agrarkonsens.

Im gut besuchten Weißbräustüberl in Miesbach präsentierte der Bundestagskandidat von Bündnis 90 / Die Grünen im Wahlkreis Miesbach/Tölz/Wolfratshausen, Karl Bär, sein Konzept für ein neues Bündnis von Landwirtschaft und Verbraucher*innen.

Bär analysierte zunächst die gegenwärtige Situation der Landwirtschaft treffend: Auf der einen Seite erhöht die Konzentration der Saatgut- und Chemiekonzerne die Kosten, die Einkaufsmacht der wenigen großen Einzelhandelsketten drückt die Erlöse, die Betriebe geraten ökonomisch unter Druck. Auf der anderen Seite bringen Umweltprobleme durch Chemikalien und Massentierhaltung die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit in Misskredit. Die Verbraucher*innen entwickeln zunehmendes Misstrauen, und die fehlende Planungssicherheit durch die Politik erhöht den Druck zusätzlich.

Doch es gibt eine große Sehnsucht bei Verbraucher*innen für eine Landwirtschaft »mit Gesicht«, die sich zum Beispiel in der Begeisterung für Projekte der »solidarischen Landwirtschaft« zeigt. Bär sieht eine Chance, darüber die Entfremdung von Verbrauchern, Umweltschützern und Landwirten aufzulösen und einen gesellschaftlichen Agrarkonsens zu schaffen. »Wir Grüne haben es beim Atomausstieg  schon einmal geschafft, einen neuen gesellschaftlichen Konsens zu formulieren. Wie beim Umbau auf erneuerbare Energien muss auch der Umbau auf eine qualitäts- und umweltorientierte Landwirtschaft mit einem Investitionsprogramm in alternative Erzeugungsmethoden und langfristiger Planungssicherheit für alle Akteure verbunden werden.«

Das Publikum reagierte auf diesen Ansatz mit Zustimmung. Einig waren sich auch alle Zuhörenden darin, dass der momentanen Entwicklung eine andere Richtung gegeben werden muss, weil sie sonst zum Untergang zahlreicher Betriebe im Landkreis führt wird. »Wenn diese Einsicht bereits besteht, wäre es jetzt an der Zeit, sie auch in einem anderen Wahlverhalten zu äußern«, so Bär.

Auch das Schimpfen auf »die in Brüssel« greife zu kurz, weil in den EU-Gremien vor allem die Mitgliedstaaten bestimmen. Deutschland als größter Mitgliedstaat der EU hat sehr viel Einfluss in Brüssel und übt diesen auch aus – für die Landwirtschaft im Landkreis jedoch mit nachteiligen Folgen. »Viele Entscheidungen der EU werden in Berlin getroffen und nicht in Brüssel. Es ist deshalb wichtig, unsere Themen dort zur Sprache zu bringen«, so Bär.

URL:http://gruene-miesbach.de/archiv/2017/news-2017-detail/article/neues_buendnis_von_landwirtschaft_und_verbrauchern/