Chance verpasst

Holzkirchen. In einem Leserbrief kommentiert die Sprecherin des Ortsverbands der Grünen in Holzkirchen die Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters in der Sitzung des Gemeinderats vom 7.05.2026.

Wie schon in 2020 haben sich CSU- und FW-Gemeinderäte zusammengeschlossen und verhindern damit eine Grüne zweite Bürgermeisterin Anita Gritschneder. 2020 traf es Robert Wiechmann. Als zweitstärkste Fraktion (27%) vertreten die Grünen einen beachtlichen Teil der Holzkirchner Wähler. Anita Gritschneder erhielt mit deutlichem Abstand mehr Stimmen bei der Gemeinderatswahl als die jetzt bestimmten Zweiten und Dritten Bürgermeister.

Die Wahl einer Zweiten Bürgermeisterin der Freien Wähler, sowie eines Dritten Bürgermeisters wiederum aus der CSU ist zwar grundsätzlich regelkonform, zeigt aber mehr Wagenburgmentalität als mutigen Gestaltungswillen. Seit Jahrzehnten ist es gute, gelebte Tradition in Deutschland bei der Wahl der Zweiten und Dritten Bürgermeister:in die größten Fraktionen im Gemeinderat einzubinden, zumal dann, wenn die geleistete Zusammenarbeit der letzten Wahlperioden das Fundament dafür legt und ein solches Vertrauen rechtfertigt. An vielen wichtigen Beschlüsse waren Grüne maßgeblich beteiligt und werden das auch in Zukunft sein. Unter diesen Voraussetzungen wird mit einer solchen Geste das konstruktive Miteinander zum Wohle aller im Gemeinderat betont. Konstruktive Zusammenarbeit ist mehr denn je gefragt. In diesem Sinne werden wir Grüne uns auch weiterhin auf allen Ebenen dafür einsetzen, parteiübergreifend die besten Lösungen für den Ort zu finden.

Gez. Dorothea Deutsch, Co-Sprecherin des Ortsverbands Grünen in Holzkirchen