Gemeinderat Holzkirchen beschließt Haushalt 2026

Holzkirchen schließt das Haushaltsjahr 2025 besser ab als befürchtet. Für 2026 bleibt jedoch eine hauswirtschaftliche Sperre bestehen. Die kommenden 3 Jahre bleiben herausfordernd.

In der Sitzung vom 23. April beschließt der Gemeinderat den Haushalt für 2026. Davor präsentiert der Kämmerer die abschließenden Ergebnisse für 2025. Eine Haushaltssperre wird auch für das Jahr 2026 bleiben und den Handlungsspielraum einschränken. Trotzdem können sich einige Vereine und Verbände über einen freiwilligen Zuschuss freuen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anita Gritschneder, kommentiert den Haushalt in der Sitzung wie folgt:

“Sehr geehrte Damen und Herren,

diese Woche beginnt für die bayerischen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten das Abitur. Und so passt es sehr gut, dass auch unser Kämmerer sein jährliches Meisterstück präsentiert: den kommunalen Haushalt 2026.

Wie schon in den Vorjahren gilt es als allererstes, ihm und dem Bürgermeister für den bewährten Prozess der Haushaltsplanung Dank zu sagen. Nach den Fraktionssprechern diskutiert der Gesamtgemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung die Vorlagen, jede und jeder kann sich hier einbringen. Am Ende steht das hier heute vorgestellte Ergebnis.

Dass die Planung 2026 eine sehr positive ist, liegt auch an den guten Ergebnissen des Vorjahres. Noch wichtiger als die Planung eines Haushalts ist nämlich sein Ergebnis am Ende des Jahres. Man erinnere sich: Vor gut einem Jahr wurde die Marktgemeinde hier von manchem quasi „arm“ geredet. Obwohl damals schon klar war, dass das so nicht stimmt. Das Ergebnis 25 hat die Erwartungen dann noch weit übertroffen – so gehen vorsichtige Kämmerer vor. Sie wissen um die Spielräume, die die Kameralistik bietet und nutzen sie.

Mehreinnahmen und zu einem gewissen Anteil auch die strikte Haushaltsführung, respektive Haushaltssperre, haben ermöglicht, dass die Kreditaufnahmen und der Schuldendienst gestreckt und auf 2026 übertragen werden konnten. Eine Rückstellung in Höhe von 4 Mio € für ev. Steuerrückzahlungen konnte angespart werden.

Die Planungen für 26 schauen entsprechend gut aus. Die Gemeinde
– unterstützt unsere Kultur und Bürgerhaus GmbH mit fast 1 Mio €
– gleicht das enorme Defizit des Schwimmbades aus (1,2 Mio€)
– gleicht das Defizit des Eisstadions aus (knapp 400.000€) und investiert hier viel Geld in die Zukunft, für uns Grüne besonders wichtig: am alten Standort!!
– selbiges bei der Frischeküche (mit Puffer100.000 €)
– erfüllt die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Sportvereinen
– unterstützt die Gemeindewerke im Falle von Pumpenausfällen
– wickelt die drei Großprojekte des Vorjahres fertig ab …


Im Bereich der Pflichtaufgaben haben wir die Hausaufgaben sowieso gemacht: Noch nie hatten wir so viele Kita-Plätze wie derzeit … der Neubau der Mittelschule setzt in jeder Hinsicht Maßstäbe – weit über unsere Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinaus.

Für uns Grüne zusätzlich wichtig ist, dass wir auch die kleineren „Baustellen“ nicht aus dem Blick verlieren. Dazu gehören:

  • Ausbau der gemeindlichen PV-Anlagen wie im Frühlingsdorf/Sportheim Föching
  • die Sonderzuführung Sportentwicklung wird weitergeführt, wenn auch in geringerem Umfang
  • der Ausbau des Radwegenetzes wird geplant (Tegernseerstraße) und durchgeführt (Miesbacherstraße)
  • die Umrüstung auf LED
  • Maßnahmen zur weiteren Umsetzung des Mobilitätskonzepts, etc.

Zusammengefasst kann man sagen: Sehr viele Kommunen in Bayern würden liebend gerne einen solchen Haushalt vorlegen können.

Allerdings muss natürlich auch konstatiert werden:

Längerfristig stehen wir vor riesigen Herausforderungen:

  • Den Kommunen werden immer mehr Aufgaben aufgedrückt, gleichzeitig ihre Hoheit eingeschränkt (Stichwort: Modernisierungsgesetze)
  • Die Ausgaben für Bezirk und damit Kreisumlage steigen in ungeahnte Höhen
    (31 Mio € in 27).
  • und das, ohne dass die Einnahmestruktur der Gemeinden auf neue Füße gestellt wird.

Das allein ist Sprengstoff.


Dazu die erneute Gefahr einer globalen Krise, vor allem, weil wir uns immer noch nicht ausreichend von der Abhängigkeit von fossiler Energie befreit haben.

  • Hinzu kommen unsere Probleme mit dem Schwimmbad, die wir allein nicht werden stemmen und lösen können
  • Die Tatsache, dass wir mit Maitz 2 den Flächenverbrauch wieder weiter vergrößern, um Einnahmen zu generieren
  • Die Tatsache, dass wir beim kommunalen Wohnungsbau bislang weit hinter den gesteckten Zielen zurückbleiben, ebenso wie im Prozess der Sportentwicklung
  • Etc.

Im Hinblick auf den Ausblick 2027 tragen wir Grüne daher eine vorausschauende, eher vorsichtige Planung ebenso mit wie die Beibehaltung der Haushaltssperre.

Wir freuen uns, dass wir den Vereinen wieder Zuschüsse zukommen lassen können, wir bitten aber um Verständnis, dass wir die Ausgaben deckeln müssen.
Nicht alles was wünschenswert ist, ist machbar. Das ist die Botschaft. Jeder muss einen Beitrag leisten. Dazu stehen wir Grüne. Im Sinne einer nachhaltigen Haushaltspolitik.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.”

Es gilt das gesprochene Wort.

Anita Gritschneder, Faktionssprecherin der Grünen am 23.04.2026 im Gemeinderat Holzkirchen