Bäume und Hitzeschutz in Otterfing: Ortsrundgang zeigt konkrete Möglichkeiten zur Klimaanpassung


Wie kann Otterfing auch in zunehmend heißen Sommern lebenswert bleiben? Dieser brandaktuellen Frage ging der Ortsverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Otterfing bei seinem „Grünen Dialog“ zum Thema Bäume und
Klimawandel am 22. Juli gemeinsam mit dem Klimatologen Christian von der Stein-Hartmann von der Universität Würzburg nach. Unterstützt wurde der Rundgang durch Karl-Martin „Charlie“ Einwanger, Förster i.R. und Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe Otterfing, der die wissenschaftlichen Erkenntnisse um den lokalen und forstfachlichen Blick ergänzte.


Der Rundgang stieß auf reges Interesse. Zahlreiche Bürger:innen nahmen an dem Rundgang teil, stellten viele Fragen und diskutierten engagiert über konkrete Möglichkeiten der Klimaanpassung im Ort. Bürgermeister Michael Falkenhahn begrüßte die Teilnehmenden zum Auftakt des Rundgangs. Mit dabei war auch Bauamtsleiter Hubert Zellner von der Gemeindeverwaltung.

Die Ortsbegehung führte von der „Penny“-Wiese über den Schulhof und den Maibaumplatz bis zum Landkramerplatz. An den vier Stationen wurde diskutiert, wie Bäume, Verschattung, Entsiegelung und ein besserer Umgang mit Regenwasser zur Klimaanpassung beitragen können.

Welche Wirkung Bäume entfalten können, zeigte der Klimatologe anhand von Beispielmessungen aus einer Hitzewelle: Während im Schatten eines Baums etwa 37,5 Grad gemessen wurden, waren es neben dem Baum 43 Grad. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung bestehender großer Bäume: Bis ein neu gepflanzter Baum eine
vergleichbare Ökosystemleistung erreicht, können 20 bis 30 Jahre vergehen.

Der Ortsverband wird die Erkenntnisse aus dem Rundgang nun bündeln und Maßnahmen zusammen mit der Gemeindeverwaltung prüfen, so zum Beispiel den Erhalt der Bestandsbäume im Bereich der Penny-Planung, zusätzliche Verschattung am Schulgelände, Verbesserungen am Maibaumplatz und Landkramerplatz. Belastbare Messdaten von Temperatur- und Bodenfeuchtemessungen an besonders heißen Standorten könnten dabei helfen, zukünftige Maßnahmen und Förderanträge gezielt zu begründen.


„Der Rundgang hat gezeigt, dass Klimaanpassung ganz konkret vor unserer Haustür beginnt. Viele Verbesserungen sind auch mit überschaubaren Maßnahmen möglich“, so Bettina Streit, Initiatorin und Moderatorin des Rundgangs.

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