Gemeinsam für mehr Frauen in der Politik: Vernetzungstreffen im Landkreis Miesbach

Am 17. Juli 2026 kamen die Grünen Frauen im Landkreis Miesbach in Schliersee zusammen. Nach einem lockeren Stehempfang auf der sonnigen Terrasse des Terofal in Schliersee setzten drei Grüne Kreisrätinnen starke Impulse: Astrid Güldner, Cornelia Riepe und Elisabeth Janner.

Ziel der regelmäßig stattfindenden Frauenvernetzungstreffen ist es, ein starkes Netzwerk aufzubauen, das Frauen in der lokalen Politik unterstützt und sichtbar macht. Der Fokus dieses Treffens lag mit dem Titel “Frauen vernetzen: Ämter und Mandate in der Kommunalpolitik” auf der gezielten Verstärkung weiblicher Präsenz in politischen Entscheidungsgremien im Landkreis.

Frauenanteil in der Kommunalpolitik im Landkreis sinkt – ein Weckruf für die Repräsentation 

Im Zentrum des Treffens stand der Vorsatz auf kommunaler Ebene mehr Ämter und Mandate mit Frauen zu besetzen. Denn auch wenn der Frauenanteil in den Bayerischen Räten zur Kommunalwahl 2026 im Gesamten betrachtet gestiegen sei, sei er immer noch sehr niedrig, so Cornelia Riepe.

Besonders im Landkreis Miesbach sei es “ein trauriger Rekord, dass wir einer von 4 von insgesamt 71 Landkreisen bayernweit sind, in dem es aktuell keine Bürgermeisterin gibt”, so die stellvertretende Fraktionssprecherin im Kreistag.  Seit 2020 wurde keine einzige Frau als 1. Bürgermeisterin in ein Rathaus gewählt. 

“Auch im Kreistag sitzen seit der Wahl nun mehr nur noch 15 statt wie vormals 20 Frauen, was bei 60 Sitzen einem Frauenanteil von 25 % entspricht”, fügte Astrid Güldner hinzu.  Seit der Wahl im März gäbe es zudem keine weitere stellvertretende weibliche Landrätin mehr. Um diesen Trend zu stoppen und die Weichen für die Kommunalwahl 2032 zu stellen, setzt das Netzwerk auf eine Kultur der gegenseitigen Förderung statt auf Konkurrenzdenken – über Parteigrenzen hinweg.

Strategisches Netzwerken

“Frauenvernetzungstreffen sind doch keine Kaffeefahrten. Wir investieren Zeit, um kreisweit ein Netzwerk von Frauen aufzubauen, das sich konsequent unterstützt und füreinander einsteht.”, so die Kreisrätin Astrid Güldner.
Die Vernetzung sei ein wichtiger Baustein, um Frauen zu ermutigen, sich politisch einzubringen, Erfahrungen weiterzugeben, sich auch parteiübergreifend den Rücken zu stärken und so mehr Raum in der Politik einzunehmen.

Dennoch entstehe oft der Eindruck, Frauen müssten um die wenigen sichtbaren Plätze in der Politik miteinander konkurrieren, statt sich gegenseitig zu unterstützen. “Der Raum für Frauen ist nicht knapp – es ist genug Platz für alle da”, fasst Cornelia Riepe, Co-Fraktionssprecherin im Kreistag, zusammen.

Sichtbarkeit schaffen und Kompetenzen würdigen 

Ein zentrales Anliegen des Netzwerkes ist es, Frauen in der Öffentlichkeit bewusster wahrzunehmen und zu fördern. Dies kann durch konkrete Maßnahmen geschehen:

  • Wertschätzung des Ehrenamts: Viele engagierte Frauen wirkten außerhalb der Politik und leisteten unverzichtbare Arbeit für die Gesellschaft. Dieses Engagement gelte es wahrzunehmen, Kontakte zu pflegen und bewusst zu würdigen. Denn wer gesehen wird, bleibt eher motiviert, sich auch künftig einzubringen – auch politisch.
  • Diskursräume für Frauen schaffen: Frauen gezielt zitieren, ihre Expertise anerkennen und sichtbar machen
  • Eine bewusste Sprache wählen (z. B. „jede“ statt „jeder“), um Inklusivität zu signalisieren.

Denn wer Frauen zitiere, ihnen eine Bühne gebe und ihre Expertise sichtbar mache, stärke nicht nur ihre Stimme, sondern ermutige auch andere Frauen, sich einzubringen, so Elisabeth Janner.

Der Weg zum Mandat: Mut machen und fördern 

Um mehr Frauen für politische Ämter zu gewinnen, ist eine frühzeitige Unterstützung entscheidend.
Vor Ort wurden konkrete Angebote besprochen:

  • Mentoring-Programme speziell für Frauen in kommunalpolitischen Ämtern
  • Durchführung von Rhetorik-, Kommunikations- und Social-Media-Trainings
  • Gezielte Förderung potenzieller Spitzenkandidatinnen durch professionelle Begleitung von Beginn an

Der Grundstein für die kommenden Wahlen bis hin zur Kommunalwahl 2032 wird bereits jetzt gelegt, indem Frauen gezielt angesprochen und gefördert werden.

Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Beisitzerinnen im Kreisvorstand Carola Haas und Daniela Fischer, welche den Abend moderierte.
Bei Anregungen, Fragen oder wenn du beim nächsten Vernetzungstreffen dabei sein willst (auch wenn du noch kein Parteimitglied bist), schreibe die beiden gerne direkt an: carola.haas@gruene-miesbach.de und daniela.fischer@gruene-miesbach.de.